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Testosterone Propionate (6 Produkte)

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Testosteron-Propionat: kurzer Ester, PIP, Dosen und Rechtslage

Testosteron-Propionat: kurzer Ester, PIP, Dosen und Rechtslage

Der kürzeste Ester, den die alte Pharmaindustrie an das Testosteron-Molekül angehängt hat – und paradoxerweise derjenige, der in Foren die zwiespältigsten Reaktionen auslöst. Manche Anwender halten Testosteron-Propionat für die kontrollierteste Möglichkeit, einen supraphysiologischen Spiegel überhaupt zu fahren. Andere weigern sich, das Ding jemals wieder in eine Spritze zu ziehen, weil der Post-Injection-Pain eine ganze Trainingswoche flach legen kann.

Die medizinische Sachlage ist überschaubar: Testosteron-Propionat ist in Deutschland kein zugelassenes Fertigarzneimittel mehr. Was heute unter diesem Namen im Umlauf ist, stammt entweder aus historischen Restbeständen (unwahrscheinlich), aus internationalen Zulassungen (Türkei, Iran, Balkan) oder aus dem UGL-Segment – letzteres in weit überwiegender Zahl. Der Erwerb ohne Rezept ist strafbar; im organisierten Sport ist Testosteron seit Jahrzehnten jederzeit verboten.

Chemie und was der kurze Ester tatsächlich bewirkt

Das Molekül: der C17β-Propionat-Ester von Testosteron. Summenformel C22H32O3, Molekulargewicht 344,48 g/mol, CAS-Nummer 57-85-2. Was das im Klartext heißt: An die Hydroxylgruppe an Position 17 des Testosterons ist ein Propionsäurerest – eine Fettsäure mit drei Kohlenstoffatomen – veresterhaftet. Diese Modifikation ändert nichts an der intrinsischen Wirkung, wohl aber alles an der Pharmakokinetik.

Der Ester macht das Molekül lipophiler. In öliger Injektionslösung entsteht dadurch ein Depot im Muskelgewebe, aus dem der Wirkstoff langsam ins Serum diffundiert. Dort wird der Propionatrest durch unspezifische Esterasen hydrolytisch abgespalten – das freie Testosteron ist dann bioverfügbar und bindet an den Androgenrezeptor.

Die Länge der Esterkette bestimmt die Freisetzungsgeschwindigkeit. Zum Vergleich der Kohlenstoffzahlen: Propionat 3, Enanthat 7, Cypionat 8, Decanoat 10, Undecanoat 11. Je länger die Kette, desto lipophiler, desto langsamer die Freisetzung. Bei Propionat mit seinen drei Kohlenstoffen ist die Freisetzung dementsprechend zügig.

Pharmakokinetik – die Zahlen aus der Behre-Studie

Die Referenzarbeit stammt von Behre et al. aus dem Jahr 1990 und wird seither in praktisch jedem Übersichtsartikel zu Testosteron-Estern zitiert:

  • Eliminationshalbwertszeit: circa 0,8 Tage
  • Peak-Serumspiegel: rund 14 Stunden nach IM-Injektion
  • Mittlere Verweildauer: etwa 1,5 Tage
  • Wirkdauer im relevanten Bereich: 2–3 Tage

In der Substitutionsmedizin bei Hypogonadismus wurden aus diesen Werten Dosen von 25–50 mg alle ein bis zwei Tage abgeleitet. In der Bodybuilding-Anwendung liegen die Dosen typischerweise ein bis zwei Größenordnungen darüber – ohne pharmakokinetische Validierung für den supraphysiologischen Bereich.

Warum Propionat gegen die längeren Ester überhaupt eine Chance hat

Man könnte annehmen, dass ein Ester, der alle zwei Tage injiziert werden muss, in Zeiten von Cypionat-Wochendosen keine Rolle mehr spielt. Er tut es aber – aus drei praktischen Gründen.

Schnelle Kontrolle. Wer feststellt, dass 100 mg alle zwei Tage zu hoch angesetzt sind, kann die Dosis binnen weniger Tage korrigieren. Bei Enanthat oder Cypionat dauert das aufgrund der langen Halbwertszeit ein bis zwei Wochen. Für Athleten, die auf einen bestimmten Trockengrad hinarbeiten oder mit Estradiol-Werten hantieren, ist diese kurze Reaktionszeit ein Argument.

Die schnelle Freisetzung kann auch als „Kickstart" einer Kur mit längeren Estern eingesetzt werden. In den ersten zwei bis drei Wochen einer Enanthat-Kur, in denen der Wirkstoffspiegel noch nicht seinen Steady State erreicht hat, liefert Propionat die fehlende Testosteron-Verfügbarkeit.

Der Vorteil ist außerdem sichtbar am Ende der Kur: Nach dem Absetzen fällt der Spiegel innerhalb weniger Tage – das erlaubt einen früheren PCT-Start. Bei Enanthat sind zwei Wochen Wartezeit üblich, bei Propionat reichen zwei bis drei Tage.

Dosierungen aus der Community

ErfahrungsgradEinzeldosisIntervallWochendosis (grob)
Neu auf dem Wirkstoff50–75 mgAlle 2 Tage175–260 mg
Fortgeschritten75–100 mgAlle 2 Tage260–350 mg
Erfahren, mit Kontrolle100–150 mgAlle 2 Tage350–525 mg

Ein häufig beschriebenes Praxisbeispiel aus einem deutschen Forum: 100 mg alle zwei Tage IM, Rotation zwischen Gesäßmuskel und Vastus lateralis. Die ersten zwei bis drei Wochen war das Gehen so schwerfällig, dass Beintraining ausfallen musste – ein textbook-typischer Post-Injection-Pain. Nach dieser Anpassungsphase legte sich das lokale Ödem und der Trainingsalltag ließ sich wieder umsetzen.

Zur Injektionstechnik: 100 mg/ml ist die gängige Konzentration, seltener 50 mg/ml (angenehmer bei empfindlichen Anwendern) oder 200 mg/ml (schmerzhafter, aber platzsparend). Nadelstärke 23G–25G bei 40–70 mm Länge, je nach Muskel und Depotstärke. Injektionsstellen konsequent rotieren, um Fibrose zu vermeiden.

Wo Propionat besonders unangenehm werden kann: PIP

Post-Injection-Pain ist der Elefant im Raum, wenn es um Propionat geht. Der kurze Ester in einer öligen Grundlage – häufig Baumwollsamen- oder Sesamöl – provoziert an der Einstichstelle eine lokale Entzündungsreaktion. Rötung, Wärme, Druckschmerz, gelegentlich Schwellungen, die tagelang bleiben. Bei manchen UGL-Präparaten kommt Brennen während der Injektion selbst dazu, was auf eine ungünstige Formulierung oder auf Verunreinigungen hindeuten kann.

Praktische Gegenmaßnahmen aus der Erfahrungsliteratur: Injektionsöl leicht anwärmen (Körpertemperatur), langsame Applikation über 30–45 Sekunden, warmes Bad nach der Injektion, Ibuprofen bei starken lokalen Reaktionen. Wer wiederholt starke PIP hat und die gleiche Injektionsstelle verwendet, sollte auf eine dünnere Nadel, weitere Rotation und – falls möglich – ein anderes Präparat wechseln.

Systemische Nebenwirkungen

Das Nebenwirkungsprofil deckt sich mit dem anderer Testosteron-Ester. Die relevantesten sind:

  • Akne, Seborrhoe, gelegentlich verstärkter Haarausfall bei genetischer Prädisposition
  • Erhöhter Hämatokrit – Aderlass ab 52–54 % oft empfohlen
  • Prostatavergrößerung mit steigendem PSA-Wert
  • Aromatisierung zu Östradiol mit Risiko für Gynäkomastie und Wassereinlagerungen
  • Suppression der endogenen Testosteronproduktion – ohne PCT dauerhaft möglich

Kardiovaskulär sind Blutdruckanstieg, Verschlechterung des Lipidprofils (HDL sinkt, LDL steigt) und die Erythropoese die relevanten Baustellen. Regelmäßiges Blutbild alle vier bis sechs Wochen mit CBC, Leberwerten, Nierenwerten und Lipidprofil ist bei einer Anwendung supraphysiologischer Dosen keine Übertreibung, sondern Basishygiene.

Die Qualität der Graumarktprodukte ist eine eigene Baustelle. Ein tschechischer Ermittlungsbericht dokumentierte den Fund von „Propionate 200"-Ampullen, deren tatsächlicher Wirkstoffgehalt vom Etikett massiv abwich. Fälschungen mit falschen Konzentrationen sind bei UGL-Testosteron eher Regel als Ausnahme.

Rechtliche Situation in Deutschland

Testosteron ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel nach AMG. Testosteron-Propionat als Einzelpräparat existiert in der deutschen ABDA-Datenbank nicht mehr als zugelassenes Fertigarzneimittel – der letzte relevante Anbieter hat die Vermarktung eingestellt. Wer Propionat legal beziehen will, muss ein Import-Präparat einzeln über die Auslandsapotheke bestellen oder auf Compounding zurückgreifen.

Für die strafrechtliche Bewertung ist die „nicht geringe Menge" nach DmMV relevant. Bei Testosteron in sonstigen Darreichungsformen (also nicht Buccaltabletten) liegt der Schwellenwert bei 632 mg freiem Testosteron. Der Bundesgerichtshof hat in einem Präzedenzfall entschieden, dass bei einer 8,22-ml-Ampulle mit deklarierten 92 mg/ml (also rund 756 mg Testosteron-Propionat gesamt) unter Berücksichtigung des Umrechnungsfaktors 0,837 rund 595 mg freies Testosteron enthalten waren – knapp unter dem Schwellenwert. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Für den Alltag heißt das: Wer mehr als eine handelsübliche Multi-Dose-Ampulle in einer Sendung führt, überschreitet die Grenze zur nicht geringen Menge und riskiert die scharfe Variante des § 4 AntiDopG.

Im Sport: WADA-Verbotsliste, S1.1 (Anabolic Agents), jederzeit verboten. Die WADA-Klarstellung 2026 stellt ausdrücklich klar, dass alle Ester verbotener anaboler Wirkstoffe automatisch mit erfasst sind. Detektion erfolgt über LC-MS/MS oder isotopenverhältnis-massenspektrometrisch (IRMS), wenn eine natürliche Erklärung ausgeschlossen werden muss.

Testosteron-Propionat im Vergleich zu den anderen Estern

EsterC-Zahlt½ (Tage)Typische Frequenz
Propionat3~0,8Alle 1–2 Tage
Phenylpropionat9~4–5Alle 2–3 Tage
Enanthat7~4–71–2×/Woche
Cypionat8~8–121×/Woche
Undecanoat (Nebido)11~12 WochenAlle 10–14 Wochen

In Sustanon 250 ist Propionat einer von vier Ester-Komponenten (30 mg Propionat, 60 mg Phenylpropionat, 60 mg Isocaproat, 100 mg Decanoat). Es liefert den schnellen Anstieg innerhalb der ersten 48 Stunden nach der Injektion, während die längeren Ester das Plateau tragen.

Woher es kommt – und warum das ein Problem ist

Die deutsche Apotheke führt Testosteron-Propionat als Fertigpräparat nicht mehr. Über internationale Apotheken (Iran, Türkei, Balkan) ist der Bezug mit gültigem Rezept theoretisch möglich; in der Praxis läuft die überwältigende Mehrheit des Marktes über UGLs mit variabler Qualität. Chargennummer, Analytikzertifikat, klare Konzentrationsangabe, saubere Lasergravur ohne wischbare Beschriftung – das sind die basalen Prüfpunkte, die vor der Anwendung geklärt sein sollten. Wer die Möglichkeit hat, das Präparat ins Labor zu schicken (Anabolic Lab oder vergleichbare Independent-Analytik), macht das besser vor der ersten Injektion, nicht wenn PIP schon eine Woche anhält.

Im hiesigen Shop verfügbar sind Testosteron-Propionat-Präparate mehrerer Hersteller: Magnus (Test Propionate 10 ml/250 mg, ausserdem der Mix Testo Ripped 250 mit Propionat, Trenbolon-Acetat und Drostenolon-Propionat), Pharmacom (Pharma Test P 10 ml/100 mg), Spectrum Pharma via USA-Domestic-Versand (Testo P 100 mg/ml), Prime (Testosterone Propionate 10 ml/250 mg) und Testogen (10 ml/100 mg). Weitere Marken oder Konzentrationen können auf Anfrage besorgt werden – die Vorlaufzeit hängt vom jeweiligen Hersteller und der aktuellen Chargenlage ab.

Häufige Fragen

Ist Propionat die richtige Wahl für jemanden, der zum ersten Mal Testosteron nimmt?
Aus rein pharmakokinetischer Sicht ja: Sollte die Reaktion schlecht sein (Aromatisierung, Akne, Prostatabeschwerden), lässt sich das Präparat schnell absetzen. In der Praxis raten viele erfahrene Anwender wegen des Injektionsaufwands und des PIP-Risikos zu einem längeren Ester wie Enanthat. Für einen sechs- bis achtwöchigen Einstieg mit dem Ziel, die eigene Reaktion einschätzen zu lernen, funktioniert Propionat allerdings gut – vorausgesetzt, die Injektionstechnik sitzt.
Wie stark aromatisiert Propionat im Vergleich zu Enanthat oder Cypionat?
Pro Milligramm freies Testosteron aromatisiert Propionat weder mehr noch weniger als andere Ester. Der Unterschied liegt in den Spitzen: Wer alle zwei Tage 100 mg Propionat injiziert, hat kurz nach der Injektion einen deutlich höheren Testosteron-Peak als jemand mit äquivalenter Wochendosis Enanthat als einzelner Injektion. Diese kurzzeitigen Spitzen können zu spürbarer Östradiol-Aktivität führen – gefühlt „aromatisiert Propionat stärker", pharmakologisch ist es die Kinetik.
Muss ich immer die gleiche Injektionsstelle nutzen?
Im Gegenteil – konsequente Rotation ist Pflicht, wenn man vier bis fünf Injektionen pro Woche verabreicht. Klassische Rotation zwischen Gesäßmuskel (Ventroglutäal), Vastus lateralis, Deltoideus und (für erfahrene Anwender) Trizeps oder Pectoralis. Nie zweimal hintereinander in denselben Muskel.
Was passiert bei einer versäumten Injektion?
Wegen der kurzen Halbwertszeit fällt der Serumspiegel innerhalb von etwa 48 Stunden merklich ab. Eine ausgelassene Injektion produziert also einen echten Tiefpunkt – Müdigkeit, Antriebslosigkeit, gedämpfte Libido sind spürbar. Die Injektion nachholen sobald es geht, dann in den normalen Rhythmus zurück; keine doppelte Dosis, um das aufzuholen.
Wie lange sollte ein Zyklus mit Propionat laufen?
Zwischen 6 und 10 Wochen ist der typische Rahmen. Länger ist möglich, wird aber wegen der wachsenden Suppression und der kumulierenden Injektionsstellenreizung selten gemacht. Wer 12 Wochen und mehr fahren will, wechselt oft in den letzten Wochen auf Enanthat, um die Injektionsfrequenz zu senken – und startet zwei Wochen später mit der PCT.
Und wenn nach der Kur nichts mehr funktioniert?
Sekundäre Hypogonadismen nach Steroidkur sind ein reales klinisches Problem. Die Empfehlung ist eindeutig: Nach einer Kur den endokrinologischen Weg gehen, sobald die PCT nach vier bis sechs Wochen keine spürbaren Verbesserungen bringt. Kein Wiederholungszyklus als „Notlösung"; das verlängert das Problem, statt es zu lösen.